Tschönyi Bardo

9 Kanal Video-Sound-Installation 2017

Zustand des Erlebens der Wirklichkeit 

Die Video-Sound-Installation ist inspiriert vom „Tschönyi Bardo“, dem „Zustand des Erlebens der Wirklichkeit“.   

Wasser ist das Element, das dieses Bardo künstlerisch repräsentiert.

Es ist das Element, das sich am meisten wandelt, so wie es auch als großer Transformator angesehen werden kann. Wasser bedeckt einen Großteil des Planeten und macht den menschlichen Körper aus. Wasser ist ein Element der Geburt und Lebenselixier, es steht am Anfang der Schöpfung, repräsentiert aber auch die Grenze zu den Totenreichen (Styx). 

In einem Zwischenzustand des „Fortgerissen-Werdens“ ist der Geist im Bardo konfrontiert mit Bildern und Eindrücken, die er selbst geschaffen hat.

Diese Eindrücke können friedvoll und paradiesisch sein, oder zornvoll und chaotisch. 

Das reißende Wasser der Quelle, das durch eine enge Bergschlucht tobt, scheinbar chaotisch und gewaltsam, eröffnet in der Betrachtung eine stille und zeitlose Dimension, die ebenso vorwärts wie rückwärts gelesen werden kann (Vergangenheit, Zukunft), wenn man sich in diese Bewegung hineinziehen lässt.

In der fast sanften Dynamik der Meereswellen kann das Chaos zur Ruhe kommen, und  Licht scheint auf.     

Die Aufgabe des Tschönyi Bardo ist, sich fortreißen zu lassen - ohne sich jedoch zu verlieren, und am Ende einer tumultartigen Dynamik, das „klare Urlicht“ zu erkennen: „Dir wird nun die Erscheinung des Urlichtes aufgehen. Dies erkenne als solches! Ich bitte dich, nimm diese Übung auf Dich.“ (Tibetisches Totenbuch)

Die Rückkehr ins Wasser ist eine Rückkehr in den Ursprung. 

Die Video-Sound-Installation möchte ein Gefühl für die mächtigen Kräfte geben, die uns bestimmen.

Auf neun großen Leinwänden präsentiert, schafft sie einen Erlebnisraum der zeigt:

Diese machtvollen Kräfte sind nicht außerhalb von uns – und auch nicht ihre Dynamik  und Erhabenheit.

Das „weiße Rauschen“ des zurückgenommenen Sounds öffnet den Zugang zu archaischen Bildern innerer Wirklichkeiten (Tschönyi Bardo). 

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